Im vergangenen Herbst veranstaltete Ask Scandinavia mehrere Pop-up-Shops in Helsinki. Einer davon fand im Studio Siru, dem Atelier von Siru Tuomisto, statt. Siru ist eine finnische Künstlerin und Designerin. Ihr Kunstprojekt „Second Chance“ widmet sich der Aufgabe, weggeworfenen Gegenständen ein neues, schönes Leben zu schenken. Es regt uns dazu an, das Leben auf eine neue, unerwartete und clevere Weise zu überdenken. Wir haben uns mit Siru unterhalten, und hier ist das Ergebnis.
Könnten Sie sich vorstellen?
Ich bin eine finnische Künstlerin und Designerin. Ich habe 17 Jahre in New York, Los Angeles und London gelebt. Nach meinem Abschluss in Innenarchitektur an der UCLA in Kalifornien arbeitete ich jahrelang im Bühnenbildbereich der Hollywood-Filmindustrie. In dieser Zeit wurde mir klar, dass alles möglich ist – bauen, umbauen und neu gestalten. Nur die eigene Vorstellungskraft setzt die Grenzen.
Ich bin eine Kuratorin schöner Dinge. Nach meiner Rückkehr nach Finnland war ich in einer Fernsehsendung zu sehen und habe als Innenarchitektin und Designerin gearbeitet. Kreativität war schon immer meine Stärke, sowohl beruflich als auch privat. Ich habe sogar die Angewohnheit, alles, womit ich in Berührung komme, individuell anzupassen – selbst Menschen. ;) Ich möchte allen und allem um mich herum helfen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und die beste Version ihrer selbst zu werden.
Was ist die Geschichte hinter Studio Siru?
Ich bin von Natur aus kreativ, und mein eigenes Studio gibt mir die Möglichkeit, etwas zurückzugeben. Man braucht einen Atelierraum/ein Labor zum Experimentieren und Ausprobieren. Die Vielfalt kreativer Projekte nährt meine Seele, und so hat es mich dazu gebracht, Handyspiele, Restaurants und Filmsets zu entwerfen, neue Produktlinien zu entwickeln und kleine Fabriken auf dem Land zu retten. Eines ist sicher: Ich nehme mir immer die Zeit, alles, womit ich mich beschäftige, ein kleines bisschen besser zu machen.

Wie würden Sie Ihre Ästhetik beschreiben?
Ästhetik – da würde ich mich nicht festlegen. Man muss sein Verständnis und seine Wertschätzung dafür, wie und warum Dinge hergestellt werden, stetig weiterentwickeln. Bei jedem Projekt muss man das Gesamtbild betrachten, um die passende Ästhetik für die jeweilige Umgebung und die Menschen zu schaffen. Wenn ich meine Ästhetik beschreiben müsste, würde ich sagen: traditionelles Design, interpretiert durch meine Brille – maßgeschneidert und einzigartig, glamourös und entspannt, gewagt und subtil, unkonventionell und hochwertig.
Ihr Projekt „Second Chance“ konzentriert sich auf die Wiederverwendung von Materialien. Was hat Sie bei der Entwicklung dieses Projekts inspiriert?
In dieser Welt gibt es schon so viel, und es scheint, als müssten wir einfach nur unsere Perspektive ändern. Uns bewusst machen, wie wir das Leben und die Dinge darin betrachten. Ich begann, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen und fand es unglaublich viel Freude, vergessenen Dingen, die nicht mehr in Bestform waren, neues Leben einzuhauchen. Es war wichtig, ihnen eine zweite Chance zu geben, ihr volles Potenzial zu entfalten. Das Konzept ist faszinierend und wunderbar, wenn man wiederverwertete Materialien verwendet. Allein die Schönheit und das Potenzial zu sehen und der Gedanke, sie wieder zum Leben zu erwecken, ist aufregend. Ich hoffe, mit diesem Projekt Optimismus und Freude zu verbreiten. Wie sähe die Welt aus, wenn wir alle unser wahres Potenzial erkennen würden? Wir alle verdienen eine zweite Chance! Ich möchte, dass meine Arbeit Menschen zum Lächeln bringt und ihnen Momente der Freude schenkt. Darüber hinaus möchte ich Menschen dazu inspirieren, die Schönheit im Beschädigten zu sehen und sich selbst mit derselben Freundlichkeit zu begegnen.
