Wir haben uns mit Tiny Muse unterhalten, einer finnischen Kindermarke, die wunderschöne, minimalistische und nachhaltige Kleidung für die Kleinsten herstellt. Erfahren Sie mehr über die Entstehungsgeschichte von Tiny Muse und ihren Ansatz zum Thema Nachhaltigkeit.
Wie würden Sie Ihre Marke in drei Sätzen jemandem beschreiben, der sie noch nicht kennt?
Tiny Muse hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein mutiger Vorreiter in der Kinderbekleidungsindustrie zu sein, die Wegwerfmentalität und Saisonalität der Fast Fashion zu durchbrechen und zeitlose, ökologische und schöne Kleidung, Babyartikel und Accessoires anzubieten.
Das Unternehmen vertritt Kleidung, die für alle Geschlechter und alle Körpertypen geeignet ist.
Einer unserer wichtigsten Werte ist die langfristige Zusammenarbeit mit Organisationen, deren Ziel es ist, die psychische Gesundheit von Kindern zu fördern und ihr Wohlbefinden zu steigern.
Wie sind Sie auf den Namen Ihres Unternehmens gekommen? Warum Tiny Muse?
Ursprünglich wurde das Unternehmen nach Elisas Tochter benannt, deren Name auf Finnisch „Muse“ bedeutet. Der Name passte, da unsere Kinder im Allgemeinen unsere Musen sind; ihre Einstellung, ihre Sicht auf die Welt und ihre liebenswerte Unerschrockenheit inspirieren uns in unserem Geschäft.
Was hat Sie dazu inspiriert, eine nachhaltige Modemarke für Kinder zu gründen?
Alles begann, als wir Mütter wurden und uns zum ersten Mal mit Babyartikeln auseinandersetzten. Jedes Elternteil kennt diese endlos lange Liste an Dingen, die man für Babys kaufen muss. Der Konsumfokus im ersten Babyjahr war schon vor der Geburt anstrengend. Auch die Größenangaben bei Kinderkleidung waren absurd – ein Kleidungsstück passte nur einen Monat. Die Kleidung war stark geschlechtsspezifisch, und es gab viel weniger Auswahl für Jungen. Minimalistische Kleidung war rar, und viele Stücke waren für sehr schlanke Kinder geschnitten. Wir erkannten eine Marktlücke für minimalistische und geschlechtsneutrale Kleidung in Finnland.

Welche Elemente Ihres Geschäftsmodells haben Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt?
TINY MUSE hat sich zum Ziel gesetzt, den CO₂-Fußabdruck von Eltern zu verringern, indem wir langlebige Alternativen anbieten. Auch den Plastikverbrauch reduzieren wir durch ökologische Alternativen wie Zahnbürsten und Bambuspads. Wir verzichten zudem auf Plastikverpackungen. In unserer Lieferkette gibt es keine Zwischenhändler: Die Produkte kommen direkt vom Hersteller in unser eigenes Lager und von dort direkt an die Kunden. Alle Lieferungen werden vergütet, und der Versand erfolgt mit Elektrofahrzeugen und -kurieren.
Wir sind ständig auf der Suche nach den bestmöglichen Materialien und möchten immer dazulernen und noch bessere Lösungen finden. Außerdem wollen wir das Kaufverhalten von Verbrauchern im Bereich Kinderkleidung verändern. Unsere Kleidung ist geschlechtsneutral und auf Langlebigkeit ausgelegt. Ein und dasselbe Kleidungsstück kann in verschiedenen Größen getragen werden – die Passform ändert sich lediglich. Im Idealfall kann ein Pullover über mehrere Jahre direkt von einem Geschwisterkind an das nächste weitergegeben werden. Diesen Aspekt berücksichtigen wir auch beim Design. Wir orientieren uns nicht an Trends oder Saisons, sondern kreieren zeitlose Kleidungsstücke, die auch nach Jahren noch gut aussehen und für jede Jahreszeit und jedes Geschlecht geeignet sind.
Wie übertragen Sie Ihren nachhaltigen Ansatz aus dem Geschäftsleben auf Ihren Alltag?
Unser Konsum hat sich in den letzten Jahren deutlich reduziert, und wir gehen generell davon aus, dass wir jeden Artikel mindestens zweimal überdenken, bevor wir ihn kaufen. Wir gehen so oft wie möglich zu Fuß, kaufen auf Flohmärkten ein und versuchen, im Supermarkt umweltfreundlichere Alternativen zu wählen. Wir wissen aber auch, dass niemand perfekt ist und dass sich unser Weg zu einem nachhaltigeren Verhalten mit der Zeit weiterentwickeln wird.
Worauf sollten Konsumenten Ihrer Meinung nach in der Mode achten, wenn sie verantwortungsbewusst und umweltfreundlich konsumieren möchten?
Verbraucher sollten mehr Wert auf Qualität als auf Quantität legen, was in der Regel eine langlebige Garderobe bedeutet. Und mehr auf den eigenen Stil und weniger auf kurzlebige Trends. Und bei Mode dürfen wir die Bedeutung der verwendeten Materialien nicht außer Acht lassen.
Bei Materialien ist Nachhaltigkeit ein komplexes Thema, da keine Faser über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg ausschließlich ökologisch ist. Wir haben uns für Bio-Baumwolle entschieden, weil sie ein sehr strapazierfähiges Material ist. Außerdem ist sie deutlich umweltfreundlicher als herkömmliche Baumwolle. Kinderkleidung muss oft regelmäßig gewaschen werden und sollte dennoch jahrelang in gutem Zustand bleiben. Gerade bei Kleinkindern reißen Hosen an den Knien schnell ein, wenn das Material nicht robust ist. Darüber hinaus möchten wir unsere Kunden dazu anregen, zu recyceln und Secondhand-Artikel zu kaufen.
Folgt ihnen auf Instagram: @tiny.muse
Von Nihal Kumcu