Hallo Antonia, es ist mir ein Vergnügen, dich zu interviewen! 😍 Warum wolltest du eine Taschen- und Accessoires-Marke gründen?
Taschen üben eine gewisse Faszination auf mich aus. Sie sind ein starkes Symbol für die eigene Persönlichkeit und gehören zu den ersten Dingen, die man an jemandes Stil wahrnimmt. Meine eigene Faszination für Taschen reicht weit zurück: Schon als Kind sammelte ich leidenschaftlich alles Mögliche, von Stickern über Sanrio-Artikel, Schreibwaren, Bilder und Modemagazine bis hin zu Taschen – und zwar unzähligen. Heute konzentriere ich mich hauptsächlich auf Kunst, wodurch das Sammeln von Taschen wie eine billige Angewohnheit wirkt. Dieses Interesse an Taschen, Mode und allem Visuellen ebnete mir den Weg zu einem Abschluss in Accessoire-Design am FIT in New York. Dank dieses Abschlusses und meiner Leidenschaft für Taschen fragten mich die beiden anderen Gründerinnen von ASK, Karolina und Sonia, ob ich als Designerin für ihre Idee einer modernen und funktionalen Babytasche ins Team kommen wolle.
Was genau machst du bei ASK?
Als kleines Team waren wir drei von Anfang an in alle Prozesse stark eingebunden. Meine Hauptaufgabe bestand darin, Designlösungen für die Produkte zu entwickeln, damit die Taschen und Accessoires der ASK-Ästhetik entsprechen: skandinavischer Minimalismus, kombiniert mit hoher Funktionalität und einem mühelosen Tragegefühl. Darüber hinaus war ich maßgeblich an der visuellen Gestaltung der Marke beteiligt und habe Ideen für den Markenaufbau mit begrenzten Ressourcen entwickelt. Ich liebe es, Probleme zu lösen und Ideen zu entwickeln – das ist besonders hilfreich für ein kleines Unternehmen in der anspruchsvollen und schnelllebigen Modebranche.
Was ist die Geschichte hinter ASK?
ASK entstand ursprünglich aus dem Bedürfnis heraus, eine funktionale, stylische und moderne Wickeltasche zu finden, als die beiden Gründerinnen selbst Kinder bekamen. Eine Tasche, die – wie so viele Wickeltaschen – entweder übertrieben pink, überladen oder unhandlich war.
Hat sich die Marke im Laufe der Zeit verändert?
Ja, absolut! Genau das ist das Spannende und Herausfordernde daran, etwas von Grund auf neu zu erschaffen: Man entwickelt sich ständig weiter und macht auch ständig Fehler. Wichtig ist, schnell zu lernen und sich von den Herausforderungen nicht entmutigen zu lassen. ASK begann als Marke für Babytaschen, aber wir merkten schnell, dass es sinnvoller wäre, eine Lifestyle-Marke für die moderne Frau oder den modernen Mann zu werden, die Produkte brauchen, die das Leben einfacher und komfortabler machen, ohne dabei auf Stil zu verzichten. Nachhaltige Konsumgewohnheiten und ethische Produktion waren uns von Anfang an wichtig, und jetzt wollen wir diesen Ansatz weiter verfolgen, denn Nachhaltigkeit ist entscheidend.
Wie wird ASK in 5 Jahren aussehen?
ASK wird eine nachhaltige Taschen- und Accessoire-Marke sein, die Verantwortung für ihren CO₂-Fußabdruck übernimmt. Das Produktsortiment ist ansprechend und funktional – und verkörpert modernes finnisches Lebensgefühl. ASK wird sich sozial engagieren und weltweit Kundinnen und Kunden ansprechen.
Sie lieben Kunst und Design. Wo können Sie diese in Helsinki und anderswo am liebsten genießen? Haben Sie Tipps für unsere Leser?
Aus Helsinki und Finnland kommt momentan so viel großartige Kunst und Design. Galerien wie Helsinki Contemporary, Galerie Forsblom, Galerie Anhava, Ama und Heino präsentieren stets gute Künstler. Auch andere, experimentellere Galerien wie Kohta, Sinne, Forum Box und Huuto sind sehenswert. Die Galerien mögen von außen etwas einschüchternd wirken, aber jeder ist willkommen, und Fragen werden in der Regel sehr kompetent beantwortet – also keine Scheu! Das Museum für Moderne Kunst Emma in Tapiola ist wahrscheinlich mein Lieblingsmuseum in Finnland: Es bietet ein abwechslungsreiches Programm und einen wunderschönen, brutalistischen Raum mit einer sehr meditativen und beruhigenden Wirkung. Das Designmuseum hat in letzter Zeit stark zugelegt, und Lokal zeigt immer wieder wunderbare Ausstellungen zeitgenössischen finnischen Designs, Kunsthandwerks und Kunst sowie eine schöne Auswahl an finnischem Design. Louisiana in Kopenhagen, Centre Pompidou in Paris, Tate Modern in London und das MoMA in New York gehören zu meinen Lieblingsmuseen im Ausland.
Was inspiriert dich in diesem Herbst?
Der persönliche Austausch mit Menschen, die gute, ehrliche und offene Gespräche schätzen. Mehr Zeit offline verbringen. Musik, Konzerte und die Nähe zur Natur. Ihr, die neuen Leute und die Energie bei ASK, haben mich sehr inspiriert. 😍 Und die bevorstehende Zusammenarbeit zwischen ASK und R/H. Ich freue mich riesig darauf!
Was wirst du höchstwahrscheinlich tragen?
Natürlich eine ASK-Tasche. Ich habe das Muster für unser neues Crossbody-Modell „Mandi“ verwendet. Die Tasche ist bald erhältlich und hat schon viele Komplimente bekommen. Ich kann es kaum erwarten, sie in den Läden zu sehen und von den Leuten in der Stadt getragen zu bekommen. Ich trage viel Samuji, weil ich viele Jahre für die Marke gearbeitet habe. Samu ist meiner Meinung nach ein Genie, wenn es darum geht, die schönsten, ausgefallensten und poetischsten Materialien zu finden und daraus tragbare Kleidung zu fertigen. Samuji-Mäntel sind einfach die besten! Ich liebe kuschelige, warme Strickwaren, ausgefallene Muster, alles mit Blumen oder leicht transparente Stoffe und bin ein absoluter Fan von romantischen Blusen.
Was hast du diesen Herbst vor?
Ich spiele schon seit vielen Jahren mit dem Gedanken, ein Netzwerk für berufstätige Frauen zu gründen, und ich glaube, jetzt ist der richtige Zeitpunkt! Außerdem plane ich eine Fortsetzung meiner Pop-up-Ausstellung in meiner Wohnung – die hoffentlich etwas überraschend sein wird, denn ich liebe Überraschungen. Und ich werde einige Zeit auf dem Schweizer Land verbringen und mich darauf konzentrieren, all die neuen Ideen umzusetzen, die ich verwirklichen möchte.
Text von Laura Lindholm