Wir hatten ein sehr nettes Gespräch mit Anna Sillanpää, der Geschäftsführerin und Mitbegründerin von ROBES Rental, über ihre inspirierende Arbeit und nachhaltige Mode.

Erzählen Sie uns etwas über sich und Ihren Hintergrund.

Ich bin die kleine Schwester, die es immer geliebt hat, sich Kleidung von ihren älteren Schwestern auszuleihen. Jedes Mal, wenn ich mir coole Sachen aus dem Kleiderschrank meiner Schwester aussuchen und in der Schule tragen durfte, habe ich mir vorgestellt, wie ein Hollywoodstar zu leben.

Ich habe jahrelang in der IT-Branche gearbeitet. Gleichzeitig entwickelte ich als Hobby ein Interesse an nachhaltiger Mode, was dazu führte, dass ich zusammen mit meinen Freundinnen Tiina Nyman und Marika Nokelainen den Podcast „Muotipodi“ startete.

Wie würden Sie Robes in ein bis drei Sätzen jemandem vorstellen, der die Marke noch nicht kennt?

Robes ist eine Kleiderkammer-Plattform, auf der du dir hochwertige Mode von anderen zu erschwinglichen Preisen ausleihen kannst – zum Beispiel Chanel-Ohrringe für 7 € pro Tag oder ein Kleid von Katri Niskanen für 5 € pro Tag. Du kannst auch deine eigene Kleidung zur Miete anbieten und so bis zu mehrere Hundert Euro im Monat verdienen.

Wie entstand das Konzept hinter der Idee?

Nachhaltige Mode wurde für mich vom Hobby zum Beruf, als mir bewusst wurde, wie viele ungetragene Kleidungsstücke unseren Planeten belasten, während ständig neue produziert werden. Unsere Kleiderschränke sind voll mit wunderschönen Kleidern, Taschen und Schuhen, die kaum getragen werden. Ich wollte eine attraktive Möglichkeit finden, diese vorhandenen Kleidungsstücke optimal zu nutzen. So entstand ROBES – ein gemeinsamer Kleiderschrank, in dem man sich jederzeit hochwertige, stylische Kleidung und Accessoires von anderen ausleihen kann.

Welchen Herausforderungen steht die Modebranche heute gegenüber, und welche Chancen sehen Sie?

Unser Planet ist übervoll mit gut erhaltener, ungetragener Kleidung – genug, um die nächsten sechs Generationen einzukleiden. Und trotzdem produzieren wir immer mehr.

Ich sehe ein enormes Potenzial in bereits hergestellter Kleidung, sowohl ungetragener als auch gebrauchter. Wir müssen ihre Nutzung maximieren und die Produktion neuer Kleidungsstücke minimieren.

Ich wünsche mir Innovationen, die das Potenzial von Secondhand-Kleidung voll ausschöpfen. Dazu gehören Technologien, mit denen Marktplätze den Kauf und die Vermietung von Gebrauchtwaren vereinfachen können, sowie Fortschritte bei Wartung und Reparatur.

Warum glauben Sie, dass Nachhaltigkeit in der Mode etwas ist, worüber jeder nachdenkt und lernen sollte?

Kleidung und Schuhe bilden die zweitgrößte Konsumgüterkategorie. Das bedeutet, dass selbst geringfügige Änderungen im Konsumverhalten enorme Auswirkungen auf die Emissionen der Branche haben könnten. Würden wir die Hälfte unserer Kleidung leihen oder gebraucht statt neu kaufen, wären die positiven Effekte immens.

Wenn Sie einen Nachhaltigkeitswunsch im Modebereich frei hätten, welcher wäre das?

Jeder würde die Lebensdauer unserer Kleidung verdoppeln.

Und schließlich, wo können unsere Leser Sie finden?

Finden Sie mich auf Instagram unter @annasillanpaa oder in der ROBES-App Anna Sillanpää.

Vielen Dank Anna für das schöne Gespräch!

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